Vorwort

Ankommen bei den Minis

Mein Freund schwätzt Schwäbisch, liebt Käsespätzle, seine zwei besten Freunde hat er bei den Ministranten kennengelernt – und er ist in Duschanbe geboren, der Hauptstadt von Tadschikistan. Seine Familie ist 1991 nach Deutschland ausgewandert, ein fremdes Land.
Kinder, Jugendliche, denen unser Land völlig fremd ist, kommen derzeit als Flüchtlinge zu uns. Sie benötigen Unterkunft und Kleidung, aber vor allem menschliche Wärme. Wir können ihnen Türen öffnen, Kooperationen eingehen – oder sie in unsere Gemeinschaft einladen: Einige der Flüchtlinge sind selbst Christen. Sie können Teil der Ministrantengemeinschaft werden.
Mein Freund wurde selbst schnell Ministrant, nachdem seine Familie im Oberschwäbischen Fuß gefasst hatte. Er hat dort gelernt, Jugendarbeit mitzugestalten und Verantwortung zu übernehmen. Bis heute liebt er Pelmeni (die russische „Maultasche“), hat er eine Vorliebe für bunt leuchtende, sich drehende, singende Weihnachtsbäume. Er hat seine Wurzeln nicht vergessen – und ist dennoch mitten in Deutschland angekommen. Vieles von diesem Ankommen verdankt er sicherlich der Jugendarbeit bei den Ministranten.
Trauen wir uns: Sich dem Fremden öffnen, jungen geflüchteten Menschen gute Erfahrungen, jungen geflüchteten Christen die Möglichkeit einer Glaubensgemeinschaft zu bieten, das ist Mitwirken am Reich Gottes!

Christina Reich
Ministrantenreferentin im Bistum Rottenburg-Stuttgart